Wer wir sind

 

Wie alles anfing

Als ich am Tag der deutschen Einheit früh morgens alleine beim Kaffee saß, überfiel mich ein Geistesblitz: nach 2017 muss es weitergehen. Mich traf diese Einsicht nicht unvorbereitet. Vier Jahre lang war ich mit der Reformationsgala im Bonner Telekom Dome beschäftigt, die am 31. Oktober 2017 mit 5.000 Menschen in der Halle und 320.000 Menschen am Fernseher gefeiert worden war. Davor hatte ich mir eine kirchenkritische Streitschrift von der Seele geschrieben: „2017. Reformation statt Reförmchen“. Und dann im Jubiläumsjahr hatte ich fast alles miterlebt: Hildesheim, Kirchentag, KonfiCamp, Weltausstellung, Bochum, die großen Ausstellungen; alles aus der Perspektive eines Gemeindepfarrers, der für eine reformatorische, dem Evangelium gemäße Gemeindearbeit steht. Meine Erfahrungen als Landessynodaler, Initiator von Kirchentagsveranstaltungen, Vorsitzender der Christlich-Jüdischen-Gesellschaft und mein Herz für Ökumene und Politik lassen mich Reformation seit je her weit verstehen. Seit der Stein im Wasser ist, zieht er erstaunliche Kreise. Mehr denn je wünsche ich mir alles in guter Nachbarschaft mit den anderen guten reformatorischen Geistern.

Pfr. Siegfried Eckert

Wir sind immer auf dem Wege und müssen
verlassen, was wir kennen und haben,
und
suchen, was wir noch nicht kennen und haben.“

Martin Luther

Wer wir sind? Wir sind ein bunter Haufen von Menschen aus verschiedenen Bereichen der Gesellschaft, mit vorwiegend protestantischem Stallgeruch. Uns verbindet das Interesse, die Erfahrungen von 2017 nicht verpuffen zu lassen. In guter Nachbarschaft und protestantischer Freiheit wollen wir die Impulse der Reformation in einer uns mutlos erscheinenden Welt mit neuer Kraft entfalten. Wir freuen uns voller Neugier und Offenheit auf alle, die sich unserem Vorhaben anschließen wollen.

Wie Sie mitmachen können

Sie können an unseren Veranstaltungen teilnehmen, evtl. mithelfen und mitwirken, demnächst einen Newsletter abonnieren und sich an vielen Stellen mit eigenen Ideen in den noch offenen Prozess einbringen. Unsere Veranstaltungen wollen wir so dokumentieren, dass ihre Inhalte über den Tag hinaus Verbreitung finden. Hierbei kann mitgewirkt und mitgeholfen werden. Sie können in begrenzter Weise Mitglied des Vereins, in unbegrenzter Weise Fördermitglied werden.

Unser Traum

Wir wollen den weltoffenen, multikulturellen, religiösen und reformatorischen Geistern ein Forum bieten, um an die Reformationsgeschichte in gesellschaftsrelevanter Weise zu erinnern, reformatorische Gemeinden aller Religionen und Konfessionen in ihrer Arbeit zu ermutigen. Gemeinsam wollen wir uns auf den Weg zu einem Weltreformationsforum Wittenberg im Jahr 2030 begeben. Wir träumen davon, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken, Vielfalt als Bereicherung erfahrbar zu machen und wollen zu Veränderungen ermutigen. Dabei konzentrieren wir unsere Arbeit auf drei Anliegen:

  1. Reformation in den Gemeinden
  2. Reformation in der Geschichte
  3. Reformation in der Gesellschaft
Wovon wir überzeugt sind

 

Wir glauben an die Kraft der Erneuerung
durch Gottes Geist,
der in jeder Religion, Konfession und Kultur
weht, wo und wie er will.
Wir glauben an die Kraft der Gemeinschaft,
die sich ihrer Geschichte erinnert, aus Fehlern lernt
und ihren Glaubensquellen Zuversicht schöpft.
Wir glauben an die friedensstiftende Kraft der Religionen,
die allem Fundamentalismus wehrt,
und sich an der Vielfalt der Kulturen erfreut.
Wir glauben an die Mitmenschlichkeit,
die Würde jedes Menschen und das Mitgefühl,
weil wir Gottes geliebte Kinder sind.
Uns ruft der Klimawandel zur Umkehr
und ein Meer aus Lügen zur Vernunft.
Unsere Herzen lassen uns glauben,
dass die Liebe stärker ist als der Tod
und wir mit keinem Geld der Welt
ein sinnvolles Leben erwerben können.
Uns ängstigen keine bösen Mächte mehr,
weil wir auf Gottes Güte vertrauen,
von nun an bis in alle Ewigkeit.